31
Mär
08

die geschichte von domi no kami

domi no kami war ein junger samurai, der in seinem bestreben nach meisterschaft in seiner kampfkunst schon viele meister gebeten hatte, ihn in ihre künste einzuweisen. er war auf der suche nach einer ganz bestimmten sache, von der er jedoch nicht wußte, was sie war. ziellos zog er durchs ganze land, immer auf der suche nach der information, die ihm zu fehlen schien, immer auf der suche nach dem richtigen meister, der ihn da hin bringen konnte, wohin er so sehnlichst wollte.

auf seinen streifzügen begegnete er immer wieder einem mönch, mit dem er auch gern zeit verbrachte und ihm gern zuhörte. aber was ihn störte war, daß der alte mönch immer ein wenig oberlehrerhaft wirkte. was domi no kami nicht wußte, war, daß der mönch selbst noch schüler in vielen dingen war, zum beispiel in der kunst, wissen zu kommunizieren. irgendwie hatte der alte zugang zu ihm, aber er schaffte es noch nicht, ihn zu berühren und ihn sich selbst gegenüber zu stellen. denn der alte wußte längst, wonach der junge krieger suchte. was er währen der kurzen zeiten, die man miteinander verbrachte nicht schaffte, war domi no kamis kopf mal in die hand zu nehmen und in die richtige richtung zu drehen und ihm zu zeigen worauf er achten sollte um weiter zu kommen.

so bat der mönch domi no kami, ihn ein stück auf seinem weg zu begleiten, unter dem vorwand den schutz des samurai auf einer reise zu benötigen. doch domi no kapi will sich lieber weiter mit seiner suche beschäftigen, und lässt den möch allein weiter reisen.

in den nächsten monaten versinkt domi no kami in eine dunkle stimmung. irgendwie beschleicht ihn das gefühl, daß er das freundliche angebot des alten vielleicht besser doch hätte annehmen sollen. seine kampfkunst wird schwächer weil er keine kraft mehr aufbringen kann, sie zu nähren. seine suche galt nun dem alten, doch es dauerte sehr lange, bis er ihn fand. aus dem jungen kämpfer von einst war ein schattengeschöpf geworden, er zog es vor, sich von anderen abzugrenzen und so war er ein einsamer wanderer geworden, als der alte pötzlich vor ihm stand.

zumindest stand da sein name, eingeritzt von einem meister der grabsteingravurkunst. irgendwann war ein bus um die ecke gekommen und hatte den mönch ohne ticket mitgenommen. sein grab war alles was an ihn erinnerte.

und da erinnerte sich domi no kami plötzlich an die dinge, die der alte ihm immer wieder erzählt hatte. plötzlich ergab alles einen sinn, und glaklar sah domi no kami die bewegungen des alten.. seine geschmeidige und flexible art sich zu bewegen und jedem hindernis einfach auszuweichen.
domi no kamis hand ergriff sein schwert, daß er schon lange nicht mehr aus der scheide gezogen hatte, und mit einem gefühl absoluter klarheit tanzte von nun an um jedes hindernis, das sich ihm in den weg stellte, einfach herum. erst etwas topatschig und wie benommen noch am anfang, aber nach sehr kurzer zeit wie im schlaf.

entgeistert saß er eines abends auf einem hügel und meditierte im sonnenuntergang, als plötzlich der mönch vor ihm stand und ihn freundlich anlächelte. „Wie schön, dich so zu sehen,“ sagt der alte „aber wie schade, daß wir damals nicht ein weilchen zusammen verbringen konnten. wie gern hätte ich dich zu lebzeiten so erleben dürfen wie du jetzt bist. jetzt bist du der, den ich damals schon erkannt habe. ich wollte dich ihm damals einfach nur vorstellen. ich wußte ganz genau wo er zu finden war, denn ich hatte ihn ja schon gesehn, genau so wie ich dich jetzt gerade sehe.“ „Ja,“ antwortete domi jetz kapi „jetzt hab ich mich, aber du bist nicht mehr da.“ „Ich bin da, und war es immer,“ sagte der alte „aber jetzt bist du bei der person, die die einzige ist, die du wirklich brauchst, und nun denk nicht mehr weiter an mich und nutze was du gelernt hast.“

Domi no kami öffnete langsam seine Augen und sah vor sich am himmel die ersten sterne aufblitzen. wie ein funkelndes lächeln gottes empfand er sie und er fing vor glück an zu weinen. wie eingebettet fühlte er sich, und als er sich wieder beruhigt hatte, löste er seinen gürtel, legte sein schwert auf den gipfel des hügels, und wußte, daß er es nie wieder brauchen würde. er verbeugte ich vor der einheit des ganzen und erhob sich. Mit einem zufriedenen lächeln auf den lippen ging er ganz bewußt den ersten schritt als meister. alle angst war von ihm gewichen, alle zweifel, alle fragen, alle sorgen und nöte. Er lebte. Und wußte wie er weiter zu leben hatte. Die Suche war beendet, er hatte gefunden wonach er gesucht hatte.


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