31
Mär
08

trennung mal anders

Man kann Beziehungen nicht beenden.
Man kann Beziehungen aber umdefinieren.
Das kann man mit den Fäusten oder mit klarer, sachlicher Logik:

„Bitte versuche zu verstehen, was ich dir jetzt sagen möchte.
Ich kann im Moment nicht dein Mann/deine Frau sein.
Ich muß im Moment erst einmal schauen was eigentlich aus mir geworden ist, weil mich in letzter Zeit das schreckliche Gefühl überkommen hat, daß ich da irgendwo nicht da gelandet bin wo ich eigentlich mal hin wollte.
Ich liebe Dich, und ich werde weiter für Dich da sein, so wie ich das sein kann. Aber so wie ich das nicht sein kann, werde ich es in Zukunft auch nicht mehr sein. Irgendwo im Laufe unserer Beziehung habe ich vergessen, daß ich nicht Dein Besitz bin. Nicht daß ich Dein Besitz wäre, aber ich habe mich aus irgendwelchen Gründen selbst so behandelt. Das tut mit außerordentlich leid, weil ich auf diese Weise dazu beigetragen habe, daß du in die Irre geführt worden bist. Und einer Täuschung erlegen bist. Und weil ich Dich liebe muß ich dich jetzt ent-täuschen. Ich habe gerade dieselbe Erfahrung gemacht.
Bitte gib mir die Zeit wieder zu mir selbst zurück zu finden. Es ist wichtig, daß ich mich finden und neu kennen lernen kann, damit ich überhaupt fair zu dir sprechen und dir sagen kann, was du denn eigentlich von mir erwarten kannst. Kann ich das nicht, sind weitere Täuschungen und Ent-Täuschungen vorprogrammiert. Und die möchte ich sowohl dir als auch mir ersparen.
Sieh das hier nicht als Trennung, aber wir sind erstmal kein Paar mehr. Ich will die nächste Zeit damit verbringen, das zu tun worauf ich gerade Lust habe, damit ich überhaupt einmal die Gelegenheit habe, mich dabei zu beobachten was ich so tu und wie ich mich verhalte, wenn ich ich selbst bin und nicht jemand, der versucht jemand zu sein, den jemand anders gern hätte. Der kann ich nicht mehr sein, denn diese Person ist unglücklich und keiner kann von mir erwarten oder verlangen, daß ich mir das weiter auflade.
Bist Du weise, nutzt du die Gelegenheit und machst das gleiche. Nutze die Zeit, lass uns auch Zeit verbringen, wannimmer es uns gut tut. Aber wenns uns nicht gut tut sollten wir auf verschiedenen Parties tanzen. Lass uns uns gegenseitig gönnen, daß wir wieder glücklich sind. Und jeweils den anderen selbst entscheiden lassen was er dazu braucht. Und ihm/ihr das dann auch in bedingungsloser Liebe erlauben. Jede Entscheidung die ein Mensch je getroffen hat, diente dazu, daß es ihm besser geht, daß er glücklich ist. Und was alle Lebewesen gemeinsam eint ist, daß wir alle glücklich sein wollen und möglichst wenig leiden. Ich habe erkannt, daß niemand das jemand anderem abnehmen kann. Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich. Bis heute habe ich das nicht erkannt und wußte auch nichts damit anzufangen. Aber jetzt weiß ich was zu tun ist. Ich will all das tun wovon ich bisher immer nur geträumt habe. Sollte morgen mein Ende kommen, will ich wenigstens wissen, daß ich ab heute alles dafür getan habe, mein Leben zu leben.
Keine Vorwürfe, keine Schuldzuweisungen, kein Streit mehr. Ich will nie wieder mit dir ein böses Wort wechseln und werde es auch nicht mehr tun. Du bist wieder frei. Lass uns unser gegenseitiges Versprechen, uns glücklich zu machen wahr machen. Statt uns permanent gegenseitig daran zu hindern.“

Dieser Information folgt keine weitere Diskussion.
Wer das oben geschriebene nicht verstehen will, ist definitiv kein guter Partner und sollte schnellst möglich sowieso aus meinem Leben verschwinden.


2 Antworten zu “trennung mal anders”


  1. 1 Leina Wald 2. April 2008 um 1:30 Uhr nachmittags

    Kann mich gut in dich hineinversetzen. Und hier noch eine kleine Empfehlung: Sybille Berg “Abschiedsbriefe von Frauen”. Eine sehr interessante Lektüre, nicht nur als Abschied…
    Gruß, Leina Wald

  2. 2 bauchi 2. April 2008 um 6:43 Uhr nachmittags

    @ leina:
    ich glaub es reicht wenn du das geschriebene umsetzen kannst.
    ich hab das nicht geschrieben weil ich mich so gefühlt hab oder im moment in einer solchen situation wäre.
    aber ich hab mich mal gefragt was ich denn gern früher mal gesagt bekommen hätte zu diesem thema, und das kam dann dabei heraus ;)
    hat mich zwei ehen gekostet und meine exfrauen haben entsprechend mitgezahlt. freu mich wenn sich damit jemand das leben erleichtern kann.
    dann waren 10 jahre rumgekämpfe nicht fürn arsch ;)

    ich bin übrigens mittlerweile das dritte mal verheiratet, aber jetzt hab ich verstanden wie man gemeinsam das ziel erreichen kann, gemeinsam glücklich alt zu werden. und wir machen das ganz gut, wies ausschaut :D

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